Melanie wachte früh am Morgen auf, eine lästige Fliege tanzte ihr auf der Nase herum und die ersten Sonnenstrahlen kitzelten sie durchs Fenster.
Sie versuchte verschlafen das Tier mit der Hand zu vertreiben.
Sie war 7 Jahre alt und gerade hatten die Ferien begonnen, eigentlich hätte sie ausschlafen können.
Auf einmal war sie hellwach……“WIR FAHREN HEUTE IN DEN URLAUB“ fiel ihr ein.
Nun hielt sie nichts mehr im Bett, sie sprang auf und rannte ins Schlafzimmer ihrer Eltern, aber die waren schon längst auf.
„MAMA, PAPA“ rief sie und rannte ins Wohnzimmer.
Dort standen die beiden und waren am Kofferpacken.

„Na, Du Schlafmütze, wir sind fast fertig“, sagte ihre Mutter „such Dir noch rasch drei Spiele und eins/zwei Stofftiere aus, die mit in die Ferien fahren sollen.“
„Juchhhu“ schrie Melanie, rannte in ihr Zimmer zurück und kam mit drei Teddybären, vier Puppen und ihrer Spielesammlung zurück.
Ihre Mutter protestierte…“das ist zuviel, die Spielesammlung ok, aber…ach egal, pack alles in diesen Korb hier“.
Eine Stunde später ging es los, die Reise sollte wieder nach Bayern an den Chiemsee gehen.
Melanie saß hinten im Auto und konnte es kaum erwarten, anzukommen.
Schon letztes Jahr waren sie dort gewesen, auch für zwei Wochen und sie hatte einen netten Jungen kennen gelernt, den 8 jährigen Sebastian, er wohnte in dem Ort, in dem auch das Ferienhaus war, wo sie immer hinfuhren.
Bald würde sie ihn wieder sehen, hoffte sie.
Gegen Mittag hatten sie ihr Ziel erreicht.
Melanie packte den Korb mit ihren Sachen und rannte in ihr Zimmer, das sie auch letztes Jahr schon ganz für sich allein hatte.
Es gab einen großen Schrank, und ein riesengroßes Bett, mit dicken gemütlichen Kissen.
Das Haus war wirklich wunderschön, und im Garten befand sich eine große Schaukel und ein Planschbecken, das bei dem warmen Wetter super war.
Nachdem die Familie alles ausgepackt hatte, wollte sie sofort nachsehen, ob Sebastian zu hause war.
Ihre Eltern hatten nichts dagegen., denn er wohnte nur zwei Häuser entfernt.
Sie klingelte Sturm, und tatsächlich, …….Sebastians Mutter öffnete.
Um ihre Beine strich ein kleiner Hund und wedelte mit dem Schwanz.

„Hallo Frau Schmidt, ich bins die Melanie; oh, das ist aber ein süßer Hund, haben sie den neu? Ich wollte Sebastian besuchen, ist er da? Wir sind gerade angekommen und ich möchte unbedingt mit ihm spielen!“ sprudelte sie los.
„Frau Schmidt lächelte und sagte „ Hallo Melanie, schön, das Du wieder da bist! Der Hund gehört Sebastian, er hat ihn zu Weihnachten bekommen, Du kannst übrigens direkt raufgehen, er sitzt in seinen Zimmer und spielt Playstation, er wird sich sicher freuen!“.
Melanie rannte die Treppe hinauf, der kleine Hund hinterher.
Sie klopfte gar nicht erst an, sondern stürmte direkt in Sebastians Zimmer.
„MELANIE“ rief er“ Ihr seid wieder da!!!!!!“
„Hallo Basti, ja, wir sind wieder da und bleiben ZWEI WOCHEN! Du hast einen Hund, ist der NIEDLICH, wie heißt er???????“
„Neptun“ sagte Sebastian.
Melanie erwiderte „ Das ist aber ein komischer Name für einen Hund!“
„Ja,“ sagte Sebastian“, ich glaube, er hat ihn sich selbst ausgesucht, er rennt am liebsten ins Wasser und schwimmt stundenlang.“
Die beiden genossen ihr Wiedersehen und spielten noch eine Weile mit Neptun und der Playstation.
Um acht musste Melanie wieder zurück zu ihren Eltern, es gab Pizza und dann war sie so müde, das sie nur noch ins Bett fiel und hoffte, es würde nicht wieder eine Fliege in ihrem Zimmer sein.
Es war keine da!
Sie wachte erst um neun Uhr am nächsten Tag auf.
Es roch nach gebratenem Ei und Kaffee.
Verschlafen kam sie in die Küche.
Dort standen bereits ihre Cornflakes und ihr Kakao.
„Heute wollen wir direkt an den See gehen“ sagte ihr Vater „vielleicht können wir ein Boot mieten“
„AUJA“ Rief Melanie und war hellwach.
Um zehn Uhr waren sie dort.
Leider waren die Boote schon alle vermietet.
Daher ging Melanie ein wenig mit ihrem Eimer am Strand spazieren in der Hoffnung ein paar schöne Steine zu finden.
Auf einmal sah sie Sebastian…er saß alleine am See und starrte in die Luft.

„BAAASTI“ rief sie „wir sind auch hier!“
Er drehte sich zu ihr um, aber sein Blick war sehr traurig.
„Hallo Melanie,!“
„Hast Du was?“ fragte sie.
„Neptun ist weg“, antwortete er.
„WAS, seit wann?“, fragte sie.
„Seit heute morgen, ich habe schon alles nach ihm abgesucht!“
„Wir werden ihn finden, ich helfe Dir suchen!“rief Melanie.
Sebastian guckte traurig und sagte „ ich weiß aber nicht mehr, wo ich suchen soll.“
Beide saßen noch lange schweigend am See.
Am Abend ging Melanie traurig zurück zu ihren Eltern ins Ferienhaus.
Direkt neben ihnen war einen Tag zuvor auch eine Familie mit Zwillingen angereist, es waren zwei Mädchen ungefähr 9 Jahre alt, die Melanie aber doof fand.
Sie wirkten sehr arrogant.

Auf ihrem Nachhauseweg begegnete sie den beiden.
Sie kicherten und streckten ihr die Zunge raus.
„Was soll das“ rief Melanie.
Nadja und Nicole, so hießen die beiden, erwiderten „Nix“ und rannten lachend davon.
Melanie ging zurück zu ihren Eltern.
Sie konnte in der Nacht nicht gut schlafen.
Um vier Uhr morgens wachte sie wieder auf, sie dachte, sie hätte etwas gehört.
Langsam stand sie auf und ging ans Fenster.
Ja, da war was, es hörte sich an, wie ein Winseln.
Vielleicht bildete sie sich das auch nur ein?
Sie legte sich wieder hin und schlief bald ein.
Als sie morgens aufwachte, fiel ihr alles wieder ein.
Sie wollte Sebastian unbedingt helfen, Neptun wieder zu finden.
„Du siehst sehr müde aus“, sagte ihr Vater, als sie an den Frühstückstisch kam „hast Du nicht gut geschlafen?“
„Nein, ich mache mir Sorgen, Sebastians Hund ist weg, er heißt Neptun, und Basti ist so traurig und ich auch und ich konnte deshalb nicht gut schlafen…!“
„Er wird doch sicher wieder auftauchen, mein Schatz“, sagte ihr Vater und gab ihr ihre Cornflakes.
Melanie war sich da gar nicht so so sicher und ihr fielen die Winselgeräusche der vergangenen Nacht wieder ein.
Was, wenn Neptun irgendwo gefangen gehalten worden ist????
Der Sache musste sie nachgehen.
Sie sah aus ihrem Fenster und überlegte, von wo die Geräusche gekommen waren.
Es konnte nur aus dem Ferienhaus der Familie Scholz mit Nadja und Nicole kommen!!
Letzte Nacht war sie zu müde, um weiter nachzudenken, aber nun war sie hellwach!!
Irgendetwas stimmte nicht!!
Sie zog ihr Nachthemd aus und sprang in ihre kurze Hose und ihr T-Shirt.
Dann sagte sie ihren Eltern, sie wolle ein wenig im Garten spielen.
In Wirklichkeit schlich sie zum Ferienhaus der Famile Scholz nebenan und lauschte am Fenster, das zum Keller gehörte….und tatsächlich, wieder hörte sie das Wimmern.
Sie klopfte dagegen und dann sah sie…NEPTUN, er rannte wie verrückt auf und ab und sah sie verzweifelt an.
Was sollte sie nur tun???
Sie rannte zurück zu ihren Eltern und berichtet von ihrer Entdeckung.
„Melanie“, sagte ihr Vater“das kann doch nicht sein, diese Leute würden niemals einen Hund in ihrem Keller einsperren, und nun genug davon, Du hast nur schlecht geträumt!“
„NEIN, ich habe ihn doch gesehen“ erwiderte sie.
„Nun gut, ich gehe rüber und frage!“.
Sie ging mit ihrem Vater, er klingelte und Frau Scholz öffnete.
„Guten Tag Frau Scholz“ sagte er.
„Meine Tochter macht sich Sorgen um den Hund ihres Freundes. Nun sie sagt, sie habe ihn in ihrem Keller gesehen“. Es schien ihm sehr peinlich zu sein.
„Ein Hund in unserem Keller??“ erwiderte Frau Scholz.
Im Hintergrund sah Melanie Nadja und Nicole, sie kicherten schon wieder.
Frau Scholz sagte „Kommen Sie beide mit, sie werden sehen, da ist kein Hund.“
Die Zwillinge streckten Melanie schon wieder die Zunge heraus.
Als sie im Keller angekommen waren, war von Neptun tatsächlich weit und breit keine Spur zu sehen.
„Aber er WAR DA!“, rief Melanie.
Ihr Vater aber entschuldigte sich ein paar Mal bei Frau Scholz, die Zwillinge kicherten und Melanie lief traurig hinter ihm zurück ins Haus.
„Melanie, das war sehr peinlich“ sagte ihr Vater nur und sie ging frustriert auf ihr Zimmer, wo sie noch ein wenig versuchte zu lesen und schlief bald ein.
Gegen Nachmittag erwachte sie wieder.
Schon wieder hörte sie ein Winseln.
Dann musste sie es allein versuchen, dachte sie sich.
Sie schlich sich aus dem Haus und auf das Grundstück der Familie Scholz.
Die Zwillinge spielten im Garten Federball.
Sie kam unbemerkt an ihnen vorbei und die Tür des Hauses stand offen.
Was für ein Glück!!
Sie trat leise und vorsichtig ein und ging die Treppe hinauf, Nadja und Nicoles Eltern hatten sich zum schlafen hingelegt und so konnte sie ungehindert zum Zimmer der beiden gelangen.
Sie hörte das Winseln dahinter wieder.
Leise öffnete sie die Tür, und…..Neptun sprang ihr entgegen und konnte gar nicht mehr aufhören, sie abzulecken.
Sie nahm das aufgeregte Tier auf den Arm und ging die Treppe wieder herunter.
Auf einmal traten ihr Nadja und Nicole gegenüber.
Mit verschränkten Armen.
„GIB HER!“ sagte Nicole.
„NIEMALS!“ erwiderte Melanie.
Neptun winselte wieder erbärmlich.
Nadja sprang auf Melanie zu und im ersten Schreck lies sie Neptun fallen, der sofort davon rannte.
„Das hast Du nun davon“ schrie Nadja.
Auf einmal standen ihre Eltern in der Tür.
„Was ist hier los??“ sagte Frau Scholz.
„Die haben Neptun geklaut“ rief Melanie.
„Wer ist Neptun??“ fragte Herr Scholz.
„Die spinnt!“, rief Nicole.
„Ich rufe jetzt Deine Eltern“ sagte Frau Scholz und die Zwillinge kicherten schon wieder.
Als Melanies Eltern kamen, war Neptun weg und Melanie sehr verzweifelt.
Doch auf einmal ertönte wieder das Winseln.
Alle gingen zur Tür und da saß Neptun und schaute sie verzweifelt an.
Nicole und Nadja blickten betreten zu Boden.
„Wie kommt dieser Hund ins Haus?“ fragte Herr Scholz.
„Wir wollten Sebastian ärgern“ sagte Nicole, „er hat uns nicht mit seiner Playstation spielen lassen…es tut uns leid. Mit Melanie spielt er aber immer!“
Keiner sagte etwas.
Melanie nahm wortlos den Hund auf den Arm und sagte zu ihrem Vater, das sie Neptun zurück zu Sebastian bringen würde.
Als sie dort klingelte öffnete Sebastian die Tür und Neptun sprang aus Melanies Arm und rannte auf ihn zu.
„NEPTUN“, rief Sebastian und kraulte und kuschelte ihn.
„Wo war er???“ fragte er Melanie.
„Er wurde entführt, aber nun ist alles gut!“, sagte Melanie.
Kurze Zeit später kamen die Zwillinge mit gesenkten Köpfen und ihren Eltern.
Auch Melanies Vater kam hinzu.
„Habt Ihr nicht etwas zu sagen?“ fragte Herr Scholz.
Nadja und Nicole blickten sich an und dann Sebastian…..“Es tut uns sehr leid“ sagten sie beide gleichzeitig.
„Aber“ sagte Nicole“ nie lässt Du uns mitspielen, die da aber schon“ und zeigte auf Melanie.
Sebastian war zu wütend um darauf zu antworten und ging mit Neptun auf sein Zimmer.
Seine Eltern, die nun auch da waren, wussten nicht, was sie sagen sollten.
Melanie ging ihm hinterher.
„Du, Basti…“sagte sie „und wenn wir den beiden verzeihen?“
„NIEMALS“antwortet Sebastian“ die haben Neptun eingesperrt!“.
„Stimmt, das war sehr böse. Aber es geht ihm ja gut und vielleicht sind sie wirklich einfach nur traurig, das wir sie nicht haben mitspielen lassen!“
Neptun schaute Sebastian an und wedelte mit dem Schwanz.
„Vielleicht hast Du recht“ sagte er.
Melanie ging nach unten.
„Am einfachsten wäre es, Ihr würdet nach oben gehen und Euch entschuldigen!“ sagte sie zu den Zwillingen.
“SOFORT!“, sagte Herr Scholz.
Die beiden gingen nach oben.
Melanie ging mit ihrem ´Vater zurück.
Gemeinsam grillten sie im Garten.
Melanies Mutter war entsetzt über alles.
Plötzlich kam Neptun und sprang an ihr hoch.
„Na, Du Racker!“, sagte sie und blickte auf. Die Zwillinge standen gemeinsam mit Sebastian im Garten.
Sebastian sagte:“Hallo Melanie, wir wollte fragen, ob Du mit uns spielen willst“.
Er grinste und zwinkerte ihr zu.
Melanie sah ihre Eltern fragend an. Beide lächelten.
„Na geh schon!“, sagte ihre Mutter.
Sie rannte los und zusammen mit den Zwillingen und Sebastian zum Strand.
„So etwas machen wir nie wieder!!!! Und Neptun ist sooooooo süß!“ rief Nicole.
„Schön, das wir nun alle zusammen was machen!“ erwiderte Melanie.
Sie trafen sich die nächsten Tage bis zum Ende des Urlaubes noch fast jeden Tag.
Sebastian und Neptun hatten den Zwillingen verziehen.
Nach zwei Wochen musste Melanie wieder mit ihren Eltern nach hause fahren.
Der Urlaub war wirklich toll gewesen.
Und eins haben sich alle geschworen…..
Im Frühjahr kommen alle nach Leverkusen um Melanie und ihre Eltern zu besuchen!
Mit Neptun!
Und ohne Fliege. |